Montag, Oktober 30, 2006

Lauscherangriff

Das ist wirklich die Höhe!

Da sitzen Marine und ich in einer warmen Oktobernacht, die Kopflampen an, nach Mausmakis Ausschau haltend, an den Plattformen ("Stonehenge"), da fliegt doch glatt eine der vielen vom Licht angezogenen Motten völlig unkoordiniert in mein rechtes Ohr. Da das Tier allein den Ausgang nicht mehr fand, schlug es in der Sackgasse weiter mit den Flügeln, was mir ein unangenehmes Geräusch und Gefühl verursachte. Etwas analoges zum Naseschnauben geht beim Ohr leider nicht wirklich und erste Versuche, das Tier mit Wasser aus der Flasche herauszuspülen scheiterten kläglich.
Wir bauten also alles ab, die Stammgäste hatten die Plattformen eh schon besucht und machten uns auf den Weg zurück ins Camp. Ich ging in leichter Schräglage, in der Hoffnung, die Erschütterungen während des Gehens könnten das Tier langsam aus meinem Ohr herausvibrieren. Vergebens.
Wenigstens hielt das Tier still, durch den tauchertypischen Druckausgleich wurde es jedoch immer wieder aufgeschreckt. Was macht man nicht alles...
Zurück im Camp begann Dr.Marine mit einer Pinzette und so einer Ohrspülbirne die OP, wobei die Pinzette wenig effektiv war, war das Tier doch schon recht tief gerutscht. Das Spülen und Saugen verursachte zuerst heftiges Flügelschlagen, so kam es mir in meinem Kopf zumindest vor, verstummte dann jedoch.
Aber das Tier war noch in mir.
Sollten wir die Hoffnung aufgeben? Würde ich mit einem Mottenpfropf leben müssen? Gibt es hier HNO-Ärzte? Hat das Tier noch spontan Eier gelegt? War es doch ein Männchen?
Dr. Marine kämpfte weiter. Und plötzlich rief sie, sie sähe etwas. Ich sollte stillhalten und nach nochmaligem Saugen war die mittlerweile glitschige Motte aus mir raus.



Jetzt sitze ich immer mit Kopfhörern an den Plattformen...

1 Comments:

At Sonntag, November 05, 2006 11:25:00 PM, Anonymous Anonym said...

Bääähhh...! Wie ekelig muss das denn sein!? Boah, wenn man das liest wird einem ja ganz anders...

 

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