Dienstag, September 09, 2008

Das Abenteuer ist vorbei

Hallo liebe Leute,

heute, fast 2 Jahre nachdem ich das Madagaskarabenteuer begann, habe ich es geschafft, die Geschichte abzuschließen...

Wenn Ihr hier klickt kommt Ihr zum letzten Eintrag.

Ein weitere Neuerung ist mein neues Fotoalbum, was Ihr hier und in der Seitenleiste finden könnt.

Mittlerweile habe ich meine Diplomarbeit zum akustischen Verhalten von Goodman's Mausmakis (Microcebus lehilahytsara), die ich leider nicht in Madagaskar gesehen habe, fertig gestellt.

Wenn ein neues Abenteuer ansteht, wird es auch hier kundgetan!

Bis dahin alles Gute!

Christian

Dienstag, Januar 23, 2007

Back Home! - Es ist Winter!

Marine und ich hatten unterschiedliche Flüge, so dass sie vor mir geflogen ist. Meine Zeit ganz allein in Madagaskar verging aber schnell. Beim Einchecken musste ich mich auch nicht anstellen, weil mir freundliche Madagassen den Weg zum First Class Check-In zeigten und danach am liebsten alle meine restlichen Ariary haben wollten...

Der Flug nach Paris erschien mir kürzer als auf dem Hinweg. In Frankreich gelandet, bildeten sich beim Ausatmen Kondenswölkchen. Es ist Winter! Beim Warten auf den Flug nach Hannover, konnte ich kostenlos die FAZ lesen und mich ein wenig auf den aktuellen Stand der Dinge bringen. Es gibt einen neuen UN-Generalsekretär, aha.

Der Flug nach Hannover war angenehm. Es war ein kleiner Flieger mit nur drei Sitzen pro Reihe und ich hatte zwei davon für mich. In Hannover stiegen wir alle auf dem Rollfeld aus und hier kam mir erstmals eine leicht eisige Brise entgegen. Claudia, meine Eltern und Tini haben mich abgeholt und erstmal über den mageren Kerl gestaunt, der da durch die Tür kam ...




Nach einer kurzen Stippvisite im Institut ging es weiter nach Flensburg.

Wow, man kann Licht anmachen, wann man möchte, man hat schnelles Internet, eine warme Dusche und die Wäsche trocknet vernünftig!

Am nächsten Morgen sah ich aus dem Fenster das:



Tja, es ist Winter! Juhu, es ist Winter! Keine Insekten, Motten oder Spinnen!

Endlich!

Sonntag, Januar 21, 2007

Die letzten Tage in Tana

Eine Woche bevor es zurück nach Deutschland ging, sind Marine und ich nach Tana zurück gefahren. Alle Materialkisten waren inventarisiert und im Schuppen verstaut, das Taxi-Brousse reserviert, die persönlichen Sachen gepackt, die Zelte konnten trocken abgebaut werden und die Baustelle im Camp war immer noch da...
Nach dem frühen Frühstück sind wir mit Sack und Pack an die Straße und haben gewartet...

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Das Taxi-Brousse kam nach madagassischen Verhältnissen pünktlich. Unser Gepäck wurde auf dem Dach verstaut, sogar die große Kiste mit sensiblem Material fand Platz, wir setzten uns auf die beiden Beifahrerplätze und los ging die wilde Fahrt.
In Tana wurden wir von Blanchard abgeholt und in unser Hotel gebracht. Ein großes Bett ganz für mich allein!
Einige Dinge hatten wir noch zu erledigen, so dass wir an einem Tag die mitgenommene Materialkiste in die deutsche Botschaft brachten [War ich also schon vor dem Heimflug wieder in Deutschland? Weiss das jemand?], an einem anderen nochmal an der Uni vorbeischauten, um dort Sachen abzugeben und an anderen Tagen Souvenirs kauften oder Basketball spielten.

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Unser Programm in diesen letzten Tagen war bestimmt nicht vollgepackt, trotzdem waren wir abends oft k.o., was vielleicht am anderen Klima in Tana (in ca. 1200m Höhe...), der schlechten Luft dort oder einfach unserer Erschöpfung nach der Zeit in Ampijoroa lag.

Warten auf Sonntag!

Neuigkeiten oder wieder nur ein Vertrösten...

Ich bin schon seit drei Wochen wieder im Lande und noch nix neues, nur so ein vertröst Beitrag, die Mutter beschwert sich. Doch die letzten Beiträge sind Arbeit, in bißchen Geduld noch!

Cool ist übrigens, dass ich das Datum der Einträge verändern kann, also die Zeit zurück drehen kann...

Dienstag, Januar 16, 2007

Back in town

Hier nur ein kurzer Spontaneintrag.
Gestern sind wir gut in Tana angekommen, das durch seine vielen Menschen super stressig wirkt, nach der Ruhe in Ampijoroa.
Aber wir schlafen nicht mehr im Zelt, haben permanent Strom und ein Internetcafé eine Tür weiter im Hotel ...

Später mehr!

Donnerstag, Januar 11, 2007

"The Circle of life"

Wer den König der Löwen von Disney gesehen hat, ahnt bei dieser Überschrift vielleicht, was jetzt kommt.
Die Trockenzeit ist lange vorbei, alle Tiere bekommen Babies.
Durch die nächtlichen Beobachtungen haben wir schon viele Babymausmakis gesehen, wir haben ja selber eines (Link). Aber auch die Tenrecs, Chamäleons, Braunen Makis usw. haben süße Babies auf die Welt gebracht. Sogar der Vogel, der sich in einem Regal auf unserer Arbeitsplattform eingenistet hat, konnte erfolgreich brüten.
Aber der "Circle of life" geht noch weniger fröhlich weiter.
Nachdem wir im Dezember aus Mahajanga zurückgekommen waren, standen wir am nächsten Tag am Schlafbaum unseres Beobachtungstieres und warteten darauf, dass es rauskommt.
Das Sendersignal war da, wir haben sogar eines der beiden Babies ausserhalb des Nestes gesehen. Aber die Mama haben wir den gesamten Abend lang nicht gesehen. Und wir standen lange da.
Am nächsten Morgen machte Marine die Schlafplatzkontrolle aller Sendertiere, während ich meine GPS-Vermessung machte. Da ich diesmal schneller fertig war als sie, bin ich ihr entgegen gegangen. In die Richtung des Schlafplatzes, an dem wir am Vorabend standen. Marine kam mir aber schon entgegen und hatte etwas in der Hand.
Eine Schlange aus der das Sendersignal kam...
Marine hatte sie tollkühn gefangen, da sie Sicherheit haben wollte, was mit ihrem Sendertier passiert ist.
Im Camp waren die japanischen Reptilienspezialisten natürlich die richtgen Leute, wenn es darum geht, den Mageninhalt einer Schlange zu überprüfen.
Die Schlange wurde also sanft gezwungen, ihre Beute vorzuzeigen...

- ACHTUNG! Wer nicht soviel Grausamkeit verträgt, möge bitte nicht weiterlesen! -

Und da waren dann das Sendertier und das andere Baby.
Jetzt gab es einmal Marine, die nicht sehr froh darüber war, dass sie ein Sendertier, mit dem sie noch nicht fertig war, verloren hatte.
Aber andererseits gab es die Japaner, die sich freuten, ist es doch eher eine Seltenheit, zwei Mausmakis im Magen einer Schlange zu finden.

Jaja, "The Circle of life"...







"From the day we arrive on the planet
And blinking, step into the sun
There's more to be seen than can ever be seen
More to do than can ever be done

Some say eat or be eaten
Some say live and let live
But all are agreed as they join the stampede
You should never take more than you give

In the Circle of Life
It's the wheel of fortune
It's the leap of faith
It's the band of hope
Till we find our place
On the path unwinding
In the Circle, the Circle of Life

Some of us fall by the wayside
And some of us soar to the stars
And some of us sail through our troubles
And some have to live with the scars

There's far too much to take in here
More to find than can ever be found
But the sun rolling high
Through the sapphire sky
Keeps the great and small on the endless round

On the path unwinding
In the Circle, the Circle of Life."

Bye bye Mahajanga

Heute sind wir zum letzten Mal nach Mahajanga gekommen. Wir bleiben nur heute und die Hauptaufgabe ist, das Taxi-Brousse nach Tana zu reservieren.
Am Montag ist es dann soweit, wir werden Ampijoroa verlassen und in die Hauptstadt fahren, wo wir noch gut eine Woche sein und letzte organisatorische Dinge regeln werden.
Der erste Schritt zurück in die Zivilisation!

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Dankeschön!

Christian

Feiertage ohne Netz

Das Handy ist hier in der Station das wichtigste Kommunikationsmittel nach Hause.
An drei Punkten mit Blick auf den Lac Ravelobe hat man Empfang.
Zumindest war es bis zum 25.12.2006 so. Danach hat scheinbar ein Zyklon an der Nordwestküste dafÜr gesorgt, dass wir so gut wie abgeschnitten waren vom Rest der Welt. Was genau passiert ist, wissen wir nicht, wir wissen nur das Ergebnis: kein Netz mehr!
Jeden Tag schauten wir nach, ob nicht vielleicht jemand zwischen Weihnachten und Neujahr alles wieder repariert hatte...
Dem war aber nicht so. Besonders an Sylvester, wo wir 2 Stunden vor Deutschland in 2007 reinrutschten, war es sehr schade, keinen Kontakt nach Hause zu haben. Wir haben selbst um 1 Uhr früh am 01.01.07 nachgeschaut, ob sich vielleicht doch etwas getan hat. Vergebens.

Am 02.01.2007 sind wir dann nach Mahajanga gefahren, wo es Handynetz gab, wir uns bei allen melden und die Situation schildern konnten.
Wir sind bis zum 03.Januar geblieben und dann wieder zurück.

Die Netzlosigkeit in der Station hält weiter an.

Jaja, Madagaskar...

Handwerker im "Haus"

Bereits Ende Oktober 2006 haben fleißige Handwerker hier Camp damit begonnen, einige der Dächer auf den Zeltplattformen abzubauen. Wir fanden das sehr vernünftig, dachten wir doch, dass die Dächer vor der Regenzeit und dem Eintreffen der japanischen Forscher fertig sein würden.
Wir dachten...
Die Dächer von Marines und meiner Plattform brauchten nicht erneuert zu werden, und das war auch gut so.
Denn die Japaner kamen Anfang November und manche mussten ihr Zelt auf einer Plattform ohne Dach aufbauen.
Mitte November ging der Regen los... (ich berichtete)
Es hatte sich immer noch nichts getan.
Wir erfuhren zwischendurch, dass es Uneinigkeiten darüber gab, wer die Reparaturen machen und wer daran mitverdienen sollte...
Ende Dezember (!) ging es dann los. Bevor es an die Zeltplattformen ging, waren erstmal die Dächer der beiden Arbeitplattformen dran.
Jedes wurde jeweils innerhalb eines Tages geschafft, was aber mit viel Dreck und Platzmangel verbunden war.
Der erste Härtetest folgte auch prompt am Abend. Er wurde nicht bestanden...
Es tropfte überall durch und als wir klitschnass aus dem Wald wiederkamen, hatten wir keinen trockenen Rückzugsplatz.
Mittlerweile wurden die Dächer nochmal verbessert und sie halten recht gut.

Momentan sind die Maurer im Camp zugange, um die Pfosten für die Dächer auf den Zeltplattformen zu errichten.
Ich denke nicht, dass wir das komplett wieder aufgebaute Camp noch erleben werden.

Jaja, Madagaskar...