Donnerstag, November 30, 2006

Halbzeit

Mit dem 24.November 2006 verstrich der 59.Tag meines Madagaskaraufenthaltes.
Da ich insgesamt 118 Tage bleibe, was ich aufgrund meiner Auslandskrankenversicherung weiß, heißt das, dass ich die Hälfte meiner Zeit hier schon hinter mir habe.
Somit liegen mehr Tage in Madagaskar hinter, als vor mir.

Wir haben ein Baby!!!

Es kam in einer Styroporschachtel für Essen.
Gebracht von zwei madagassischen Praktkantinnen, gefunden von einer madagassischen Führerin, abgegeben an uns. Wir müssten uns wohl am ehesten mit so etwas auskennen.
Aber nur ich war in diesem Moment da, als das kleine Mausmakibaby das Licht des Camps erblickte.
Ich hatte keine Ahnung, was zu tun war und war eher pessimistisch, was die Überlebenschancen des Kleinen anging.
So wartete ich auf Marine.
Und Marine wusste was zu tun war, da sie im Institut in Hannover schon wesentlich kleiner Mausmakibabies durchgebracht hatten.
Mama Marine freute sich richtig und weil sie, ob der schon recht beachtlichen Größe des Sprösslings, optimistisch war, war ich es plötzlich auch.
Die erste Unterkunft für Mogli (so heißt er, weil er ja unter Menschen aufwächst...)
war eine mit Klopapier ausgekleidete Dose, die mit Moskitonetz abgedeckt war. Am folgenden Tag haben wir ihm aber ein standesgemäßes Kinderzimmer in einem recht großen Käfig eingerichtet. Leider sind die Löcher des Käfigs noch zu groß für ihn, so dass er auch immer wieder mal ausbüchste, dabei allerdings nicht sehr weit kam, da wir den Käfig komplett in Moskitonetz eingewickelt haben.
Wir haben extra Instantbabybrei gekauft, den er sehr gerne mag, sogar Banane hat er schon gekostet und auch alleine essen kann er schon.
Trotzdem wird er mehrmals täglich, von Mama Marine meist, gefüttert und intensiv liebkost.
Auch ich wuchs, trotz anfäglichen Zweifels, immer mehr in die Vaterrolle rein.
Wenn Mogli etwas kräftiger ist, bringe ich ihm Fussballspielen bei.
Wir wollen ihn auch mehrsprachig erziehen...








Donnerwetter

In der Nacht vom 12. auf den 13. November war es soweit.
Es hatte hier natürlich schon vorher immer mal geregnet und wenn man einige Jahre an der norddeutschen Küste gelebt hat, ist man auch einiges gewöhnt, aber das war neu.
Mein erstes Tropengewitter!
Und es war direkt über uns. Die Donner waren so laut und stark, dass der Boden vibrierte und ich mehrfach hochschreckte.
Kein Dolby (T), dts (T) oder THX (T) kann das so wiedergeben.
Die Blitze habe sogar das Innere des Zeltes ausgeleuchtet.
Diese spektakuläre Sound- und Light-Show, die ich sicher im Zelt unter der Plattform mitverfolgte, dauerte gute zwei Stunden, in denen man eh kaum ordentlich weiterschlafen konnte. Als der Spass dann vorbei war, ging das aber um so besser.

Fossa

Letzter Tag der Mausmaki-Fangaktion im November. Die Fallen im Gebiet JBB (das kleinere unserer Untersuchungsgebiete, Insider wissen bescheid...) werden kontrolliert. Plöztlich sehe ich auf dem Weg vor mir, in sicherer Entfernung, ein Tier von vorne, das kein Hund sein kann aber auch keine Katze ist.
Als es sich etwas seitlich dreht und ich das Profil sehen kann, bin ich mir sicher. Es ist ein Fossa. Leider habe ich meine Kamera nicht dabei.
Ich schreie zu Marine, die grade auf einem anderen Weg aber recht nah ebenfalls Fallen kontrolliert, dass sie schnell zu mir kommen soll.
Auch sie hat natürlich keine Kamera dabei...
Aber so können wir beide es bezeugen:
Wir haben ein Fossa gesehen!