Montag, Oktober 30, 2006

Was macht der da eigentlich?

Bisher habe ich hier noch nicht wirklich erzählt, was überhaupt Inhalt meines Madagaskarabenteuers ist.
Das möchte ich jetzt endlich erledigen.
Das Institut für Zoologie der Tierärztlichen Hochschule Hannover hat schon seit mehreren Jahre ein Langzeitforschungsprojekt im Ankarafantiska National Park in Madagaskar und jedes Jahr kommen Forscher aus Deutschland, Madagaskar und dem Rest der Welt mit ganz verschiedenen Fragestellungen hierher, um Feldforschung zu betreiben. Eine von ihnen ist Dr. Marine Joly aus Frankreich, die am oben genannten Institut angestellt ist und der Frage nach dem räumlichen Gedächtnis von Mausmakis (Microcebus murinus und M. ravelobensis) nachgeht. Sie untersucht also, ob sich die Tiere erinnern, wo es die Bäume mit den leckeren Sachen gibt oder ob sie jede Nacht aufs neue "umherirren" und neu suchen müssen, wo es was zu essen gibt. Sie arbeitet u.a. mit Radiotelemetrie (man verfolgt Tiere, die einen Sender haben, auf der Futtertour) und hält die Routen mit Hilfe des GPS fest.
Im Rahmen meines Praktikums hier, ist es meine Aufgabe, eine digitale Karte der Hauptuntersuchungsgebiete (es gibt zwei) zu erstellen.
Beide Gebiete sind von einem Wegenetz durchzogen, bei dem die Wegkreuzungen definierte Punkte darstellen, deren GPS-Koordinaten ich feststellen und dann in ein GIS-Programm (also auf den PC) bringen kann.
Da das GPS (noch) nicht sehr genau ist, müssen die Punkte öfter erfasst werden, wir laufen also fast jeden Tag eines der beiden Gebiete ab...
Darüber hinaus helfe ich Marine bei ihrem Plattformexperiment, dem "Verfolgen" der Tiere und dann bei den Fangaktionen im November und Dezember.
Diese Fangaktionen sind hier festes Programm, da sie dazu dienen, die Größe der Mausmakipopulationen und eventuelle Änderungen festzustellen.
Jeden Monat (optimalerweise vom Beginn der Trockenzeit bis Beginn der Regenzeit) finden eine Woche lang diese Fangaktionen mit Fallen in den beiden Gebieten statt.
Die Tiere werden dabei vermessen und neue, noch nie gefangene Tiere,
bekommen einen Chip und eine Markierung, damit man sie eindeutig idenifizieren kann.

Die Fangaktionen im Oktober waren Teil des Tropenökologischen Kurses des Instituts für Zoologie, der vom 01.-10.10.2006 hier im Nationalpark stattfand.
Vier Studenten (Madagassen und Deutsche) haben also die Tiere, im Rahmen ihres Projektes innerhalb des Kurses, gefangen und vermessen.
Ich habe dabei natürlich über die Schultern geschaut und auch schon selber mit angepackt, da ich im November dann voll gefordert sein werde.

Die ersten Tage im Camp in Ampijoroa (so heisst die Station hier) wurden völlig von diesem Kurs in Anspruch genommen,
an dem insgesamt sechs deutsche und sechs madagassische Studenten teilgenommen und verschiedene Projekte bearbeitet haben.
So konnte ich noch nicht mit meinem eigentlichen Praktikumsprogramm beginnen, mich aber ganz ruhig an die Bedigungen gewöhnen,
die Untersuchungsgebiete kennenlernen und eben bei der Fangaktion im Oktober bereits die nötigen Handgriffe üben.

2 Comments:

At Montag, Oktober 30, 2006 1:50:00 PM, Anonymous Anonym said...

Rischtisch, rischtisch.
So sah der Alltag aus.
Aber warum hast du nicht geschrieben, dass du mindestens ein dickes Buch und 3 zeitschriften durchgelsen hast.
Wir "mussten" arbeiten und Christian hat uns immer "wertvolle" Tipps gegeben.

Viel Spass noch weiterhin.
Melde dich, wenn du wieder da bist.

Grüße an Marine.

 
At Montag, Oktober 30, 2006 2:59:00 PM, Blogger Christian said...

Das ist ja wohl ...

... so wertvolle Tipps zu geben, kann auch ziemlich anstrengend sein ;-)

 

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